Selbstsabotage

Wenn du dir immer wieder selbst im Weg stehst

Selbstsabotage heißt: Du willst etwas – und tust im entscheidenden Moment das Gegenteil. Du schreibst die Bewerbung nicht, obwohl du sie dir seit Wochen vornimmst. Du suchst Streit über etwas Belangloses, kurz bevor eine Beziehung wirklich nah wird. Meistens merkst du es erst hinterher. Genau das macht es zermürbend: Du stehst dir selbst im Weg, ohne dass du dir das ausgesucht hättest.

Wie Selbstsabotage sich zeigt

In der Praxis sehe ich vor allem zwei Muster.

Das eine ist laut: Du beendest Beziehungen, kurz bevor sie ernst werden. Du suchst dir Partner:innen aus, von denen du im Grunde schon weißt, dass es nicht passt. Oder du fängst Streit an, wo eigentlich keiner nötig wäre – und merkst erst danach, wie unnötig er war.

Das andere ist leise: Du schiebst die Aufgabe auf, die dich weiterbringen würde. Du vermeidest das Gespräch, das eigentlich fällig ist. Nach außen sieht das nach Aufschieberitis aus. Innen ist es oft dasselbe wie beim lauten Muster – nur ohne Knall.

Das zieht sich meist durch mehrere Lebensbereiche. Die E-Mail, die seit Tagen ungeöffnet bleibt. Das Projekt, das kurz vor dem Abschluss ins Stocken gerät. Der Termin, der immer wieder verschoben wird, obwohl du genau weißt, dass du hingehen solltest.

Woher Selbstsabotage kommt

Selbstsabotage ist selten Faulheit oder fehlende Disziplin. Meistens ist sie ein alter Schutzmechanismus, der zur falschen Zeit anspringt.

Wer früh gelernt hat, dass Nähe riskant, Leistung die einzige Absicherung oder Fehler nicht erlaubt waren, schützt sich später vor genau dem, was er sich eigentlich wünscht. Der Streit vor der Nähe, das Aufschieben vor dem Erfolg – beides hält etwas auf Abstand, das früher einmal wehgetan hat.

Der Körper merkt das oft vor dem Kopf. Ein Engegefühl, wenn eine Beziehung ernster wird. Eine plötzliche Müdigkeit, kurz bevor die wichtige Aufgabe drankäme. Das ist kein Zufall. Das ist ein Nervensystem, das bremst.

Selbstsabotage oder steckt mehr dahinter?

Viele, die zu Selbstsabotage recherchieren, googeln danach auch Persönlichkeitsstörung, Narzissmus oder Depression – aus Sorge, dass mehr dahinterstecken könnte.

Das kann sein, muss aber nicht. Selbstsabotage ist zunächst einmal ein Verhaltensmuster. Es kann für sich stehen oder Teil von etwas Größerem sein, etwa einer Depression oder einer Traumafolge.

Ich glaube, dass sich das selten von außen und nie im Vorbeigehen klären lässt. Wenn du unsicher bist, ist das ein guter Grund für ein Erstgespräch – nicht für stundenlanges Weitersuchen.

Was du selbst tun kannst – und wo es nicht mehr reicht

Ein erster Schritt hilft oft schon: das Muster benennen, statt es sofort zu bewerten. Wenn du merkst, dass du gerade wieder aufschiebst oder Streit suchst, frag dich kurz: Wovor schütze ich mich gerade eigentlich?

Das verändert noch nichts. Aber es unterbricht den Automatismus für einen Moment.

Bei manchen reicht diese Beobachtung über Zeit, um das Muster zu lockern. Bei anderen sitzt der Schutzmechanismus tiefer. Dann braucht es mehr als Willenskraft und gute Vorsätze.

Wie die Arbeit an der Selbstsabotage aussehen kann

Ich arbeite verhaltenstherapeutisch mit systemischen Anteilen. Das heißt: Wir schauen uns genau an, wann das Muster anspringt – und gleichzeitig, welche Geschichte und welche Beziehungen dahinterstehen.

Taucht die Selbstsabotage vor allem in eurer Beziehung als Paar auf, kann auch eine Paartherapie der passendere Rahmen sein. Steckt eine alte Verletzung dahinter, arbeite ich auch als Traumatherapeut.

Das passiert bei mir in Köln-Nippes vor Ort oder online, je nachdem, was für dich passt. Ich arbeite als approbierter Psychologischer Psychotherapeut, privat und auf Kostenerstattung. Wie eine Kostenerstattung in deinem Fall aussehen kann, klären wir am besten im Erstgespräch.

Wenn du dich in dem, was hier beschrieben ist, wiedererkennst: Lass uns in einem Erstgespräch schauen, was bei dir dahintersteckt.

Erstgespräch vereinbaren

FAQ

Selbstsabotage bezeichnet Verhalten, das den eigenen Zielen oder Bedürfnissen entgegenwirkt – meist unbewusst und trotz eigentlich guter Absicht. (Quelle: https://lehrbuch-psychologie.de/selbstsabotage/)

Typische Anzeichen: Rückzug, sobald es zu nah wird. Streit ohne wirklichen Anlass. Misstrauen gegenüber ehrlich gemeinten Komplimenten. Das Muster läuft meist unbewusst – dein:e Partner:in merkt es oft früher als du selbst.

Nein, Selbstsabotage ist keine eigenständige Diagnose. Sie kann aber ein Symptom von etwas anderem sein, zum Beispiel einer Depression oder einer Traumafolge. Das lässt sich am ehesten im persönlichen Gespräch einordnen.

Im Erstgespräch schauen wir gemeinsam, was bei dir dahintersteckt und ob eine Therapie bei mir passt. Du musst dafür noch keine fertige Erklärung mitbringen.

Ich arbeite privat und auf Kostenerstattung. Die gesetzliche Kasse übernimmt das nicht. Ob und wie eine Kostenerstattung in deinem Fall möglich ist, klären wir im Erstgespräch.

Ja. Ich arbeite hybrid – vor Ort in Köln-Nippes oder online, je nachdem, was für dich besser passt. Du kannst auch gerne direkt einen online-Termin buchen.